Windenergie überflügelt Atomkraft

24. Februar 2015

Das Jahr 2014 wird sicher in die Energiegeschichte eingehen. Denn erstmals erzeugen Europas Windkraftanlagen mehr Strom als die Atomkraftwerke.

Im Energiemix erlangte die Windkraft einen Anteil von 14,1 Prozent an der installierten Gesamtleistung. Und der Ausbau schreitet auch heuer -zumindest in einigen Ländern - kräftig voran.
Allein im Jahr 2014 wurden Windparks mit 11.800 Megawatt (MW) installierter Leistung errichtet und erhöhten somit die Gesamtleistung auf 128.751 MW. In die Windparks wurden in Summe 16 Milliarden Euro investiert und somit auch ein wichtiger Impuls für die Wirtschaft gegeben. Die Atomkraft hat aber mit 122.328 MW noch immer einen großen Anteil (13,4 Prozent) am Energiemix. Dominiert wird dieser weiterhin von den fossilen Energieträgern Gas und Kohle mit 22 Prozent und 18 Prozent.

Stabile Rahmenbedingungen für Erneuerbare

Trotz der aktuellen Wirtschaftskrise wird auch heuer kräftig in den Windausbau investiert, der ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Klimaerwärmung ist und zugleich Europa unabhängiger von fossilen Energieimporten macht.
"Leider schreitet die Energiewende nicht wegen sondern trotz der aktuellen EU-Politik in Europa voran", kritisiert Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, "deshalb konzentriert sich der Windkraftausbau auf jene Länder, in denen stabile Rahmenbedingungen herrschen." Umso mehr freut sich Moidl über den symbolischen Sieg der Windenergie: "Europa braucht keine AKWs wie Hinkley Point, Olkiluoto und keinen Ausbau von Temelin. Die Zukunft liegt in den Erneuerbaren und nicht in der Atomenergie."

Boom der Erneuerbaren

2014 machte der Anteil erneuerbarer Energien schon 79 Prozent der neu errichteten Kraftwerksleistung in Europa aus. Der Anteil der Windenergie lag gar bei 43,7 Prozent. Somit verweisen die Erneuerbaren die fossilen Kraftwerke und Atomkraftwerke schon seit sieben Jahre in Folge auf die hinteren Plätze. "2014 ersetzte allein der Zubau an Windkraftwerken den Abbau an Kohle-, Gas- und Ölkraftwerken", freut sich Moidl.

Österreich auf Platz 6

Lange herrschte in Österreich wegen einer missglückten Ökostromgesetznovelle eine völlige Ausbauflaute. Nun sorgen die stabilen Rahmenbedingungen des aktuellen österreichischen Ökostromgesetzes, dass Österreich sich nach zehn Jahren endlich wieder unter den besten sechs Windkraftausbauländern Europas einreihen darf. Zugleich haben sich leider besonders in den süd- und osteuropäischen Staaten die Bedingungen für die Energiewende extrem verschlechtert. In Windpionierländern wie Spanien oder Italien sind die Windkraftprojekte aufgrund der neuen rechtlichen Rahmenbedingungen auf ein Minimum zusammen geschrumpft. So beschränkte sich der Windkraftausbau im Jahr 2014 auf nur wenige Länder wie Deutschland, wo knapp die Hälfte aller Windräder in der EU aufgestellt wurden, sowie Großbritannien, Schweden und Frankreich. Weit dahinter liegen in der Ausbaustatistik Polen und Österreich. Bei uns wurden im vorigen Jahr aber immerhin 411,2 MW Windkraft installiert. Um wirklich die Energiewende und eine weitgehend klimafreundliche Energieversorgung zu schaffen, ist aber noch viel zu tun. "Die EU muss dringend in Sachen Energiewende und Klimaschutz einen Zahn zulegen", fordert IG Windkraft Geschäftsführer Stefan Moidl.

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