Social Responsibility

Light für Kilema 

 

Die Nutzung der natürlichen Ressourcen zur Erzeugung erneuerbarer Energie ist den zahlreichen Beteiligten der ÖKOENERGIE Gruppe ein wichtiges Anliegen. Mit dem Selbsthilfeprojekt "Light for Kilema" in Tansania will die ÖKOENERGIE ihr Engagement konsequent weiterführen.

Verantwortung für die Umwelt bedeutet auch Verantwortung im sozialen Bereich. Die beste Hilfe, um in benachteiligten Regionen Hilfe zu leisten, sind Selbsthilfeprojekte. Erste Teilziele des Projekts sind die Versorgung einer Schule und eines Krankenhaus in Tansania mit erneuerbarer Energie, denn die Stromversorgung der staatlichen E-Gesellschaft ist unzuverlässig und für 95 Prozent der Bevölkerung nicht bezahlbar. Selbst Brennholz ist selten und teuer. ÖKOENERGIE-Mitarbeiter Christian Hackel hielt am 25. September 2007 im Pfarrzentrum Wolkersdorf einen Diavortrag über seine Erkundungsreise nach Kilema am Fuße des Kilimanjaro.

Gerasdorf-Kilema

kilema01Geplant wurde das Engagement der ÖKOENERGIE Gruppe in Entwicklungshilfeprojekte schon lange. "Im Herbst 2005 hatten wir bei einer Firmenfeier unsere Vision konkretisiert", so Projektleiter Christian Hackel, "wir haben ausreichend zu Essen, sind gesund und hatten das außerordentliche Glück erfolgreich bereits viele unserer Ideen realisieren zu können. Nun sollten wir etwas von unserem Glück und Reichtum mit jenen teilen, die nicht so begünstigt sind wie wir." Auf Kilema ist Christian Hackel übrigens bei einem Treffen mit Father Aidan im Frühjahr 2006 aufmerksam geworden. Father Aidan stammt aus Kilema, war vier Jahre lang Kaplan in Gerasdorf und hat an der Uni Wien studiert. Seine Doktorarbeit lautet "Die afrikanische Umweltkrise als eine theologische und ethische Herausforderung: Versuch eines neuen Paradigmas für Tanzania." Das Wissen von Father Aidan passte gut zur Projektidee der ÖKOENERGIE.

Hilfe zur Selbsthilfe

kilema02Um mit geringen Mitteln möglichst viel zu erreichen, wurde der Weg "Hilfe zur Selbsthilfe" gewählt. Zuerst sollen einzelne Personen unterstützt werden, um sie auszubilden, dann ganze Gruppen und Institutionen, um das erlernte Wissen und die angeeigneten Fähigkeiten wie im Schneeballsystem weiterzugeben.

Die drei Hauptziele, die in Kilema in Tansania erreicht werden sollen sind: Sauberes Wasser für alle: um die Grundlage des Lebens zu sichern. Ausbildung: damit die Zukunft selbst gestaltet werden kann. Energie: wer mit sauberer Energie unabhängig von großen Konzernen versorgt ist, kann sich sauberes Wasser meist selbst organisieren oder herstellen und hat mehr Zeit für Aus- und Weiterbildung.

Projektstart

kilema03Derzeit werden die Rahmenbedingungen festgelegt, um diese Vision erfolgreich umsetzen zu können. Relativer Frieden, eine Gruppe gut ausgebildeter Leute vor Ort und ein Minimum an Infrastruktur sind notwendig, um dieses Selbsthilfeprojekt mit erhoffter Schneeballwirkung zu starten.

Zuerst sollen aber das Krankenhaus und die Schule mit Strom aus Photovoltaik und Warmwasser aus Solaranlagen versorgt werden, da so einer großen Personenanzahl geholfen werden kann und andere sich davon überzeugen können, wie einfach so ein System zu installieren ist.

Erkundungstour

kilema04Nach intensivem E-Mail-Kontakt zur Planung des Projektes, wurde die Familie Hackel von Father Aidan nach Kilema am Fuße des Kilimanjaros eingeladen. "Es gibt in Kilema zwar reichlich Wasser, da aber fast nur Bananen und etwas Mais und Sonnenblumen sowie Bohnen angebaut werden, gibt es kaum Feuerholz", beschreibt Christian Hackel die aktuelle Situation. Die Schulküche versorgt rund 600 Kinder mit Essen, Holz ist teuer, die Sonne scheint hingegen täglich kostenlos. Die Stromversorgung im Krankenhaus bricht wiederum jeden zweiten Tag zusammen - dann muss händisch ein Dieselaggregat gestartet werden. Auch die Wäsche wird mit der Hand gewaschen, das Wasser mit Holz aufgewärmt. Diesel und Brennholz ist freilich recht teuer. Es gibt in Kilema viele Möglichkeiten, rasch Abhilfe zu schaffen - etwa mit Solaranlagen zur Warmwasseraufbereitung und Photovoltaik. Bei all den Projekten wird darauf abgezielt, dass sie langfristig selbst durchgeführt werden können. "Gib einem Mann einen Fisch, dann hast du ihn für einen Tag ernährt. Lehre ihm das Fischen, dann werden er und seine Familie ein ganzes Leben lang satt werden", greift Christian Hackel auf alte Weisheiten zurück.

Umsetzung

Wir wollen die Bautätigkeit bei der Schulküche ausnützen. Weil zum Erwärmen des Wassers und zum Kochen Feuerholz gekauft werden muss, werden wir eine Solaranlage installieren.

light1Wir wollen möglichst vor Ort einkaufen, wenn Preis und Qualität passen, oder das Material direkt nach Tanzania liefern lassen beziehungsweise aus Österreich senden.

Der Bau der Küche ist im Rohbaustadium wegen Geldmangels zum Erliegen gekommen. Obwohl wir unsere Mittel zweckgebunden für erneuerbare Energie zu Verfügung stellen wollten, wurde nach zahlreichen Gesprächen beschlossen einen Teil der nun zusätzlich vorhandenen Mittel für den Weiterbau der Küche zu verwenden.

Im September 2008 ist es endlich gelungen einen Kostenvoranschlag zu bekommen, der unseren Anforderungen entspricht. Daher haben wir € 5.800.- direkt an den Lieferanten der Solaranlage in Tanzania überwiesen. Die Lieferung und anschließende Montage wurde für Oktober angekündigt.

 

Fertigstellung im Juli 2011

light2Sowohl die Küche als auch die Solaranlage sind fertig gestellt!

Offensichtlich sind die Arbeiten nun abgeschlossen. Die Schulküche, die zu Spitzenzeiten für bis zu 600 Kinder kocht, kann nun einen großen Teil Holz, das bisher teuer eingekauft wurde, einsparen und das benötigte Warmwasser gratis mit Sonnenenergie erwärmen.

Obwohl dieses Projekt sehr lange gedauert hat und viele unerwartete Probleme zu lösen waren, ist doch wenigstens ein kleiner Teil unserer Pläne umgesetzt worden.

Im Namen der Gesellschafter der Ökoenergie Wolkersdorf bedanke ich mich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern. Besonders bei den vielen Spendern aus Wolkersdorf, der Pfarre Wolkersdorf und der Raika Wolkersdorf.

light3Für seinen unermüdlichen Einsatz Father Aidan Msafiri, durch den der Kontakt nach Tanzania aufrechterhalten werden konnte.
Dr Strato Mosha, der uns mit seiner Erfahrung und seinem know how die Umsetzung ermöglicht hat.

Sister Alicia, die als Direktorin der Schule große Verantwortung trägt und neuen Technologien aufgeschlossen ist.
Der Pfarre Kilema und der Diözese Moshi für die ideelle Unterstützung.

Besonderes bedanken möchte ich mich bei Mama Agnes aus Kilema, deren guter Geist überall zu spüren ist.

Christian Hackel, Wolkersdorf im August 2011

 

Es geht weiter

light4light5Mai 2014: für die neu errichtete Berufsschule P.A.P.A. Bridge in Kilema konnten wir ein kleines PV-Set finanzieren. Dieses wurde auch gleich im Rahmen der Ausbildung von den Schülern montiert und die dazugehörige Beleuchtung installiert.

Dies gewährleistet die Beleuchtung und entspricht genau unserem Ziel die Ausbildung zum Thema erneuerbare Energie zu fördern.

 

Besuch

light6light7Im Rahmen einer weiteren Reise haben sich Christian, Christine und Magdalena Hackel im Februar nach Tanzania begeben.

Die Erfahrungen:

  • Die Solaranlage an der Schulküche funktioniert hervorragend und Sr Aloysia ist sehr froh das ersparte Geld für Schulmaterial verwenden zu können.
  • Die Berufsschule P.A.P.A. Bridge ist eine ausgezeichnete Institution geworden. Hier werden bis zu 250 Jugendliche in verhältnismäßig sehr gut ausgestatten Klassen und Werkstätten ausgebildet. Es gibt Ausbildung für Maurer mit eigener Ziegelherstellung, Automechaniker, Tischler, Schlosser, Schneider, eine große Küche mit einer Bäckerei und eigenem Gemüsegarten, eine Computerklasse und - für uns besonders interessant - Elektriker mit Schwerpunkt Photovoltaik.

Die Schule wurde mit Spendengeldern aus Österreich errichtet und der Betrieb finanziert sich größtenteils aus dem Verkauf der während des Schulbetriebes hergestellten Waren.

An die Finanzchefin der Schule Sr Cecilia haben wir dann die restliche Summe aus den Spendengeldern übergeben. Verbunden mit der Bitte das Geld möglichst für die Ausbildung der Elektriker - Klasse zu verwenden. Falls Bedarf besteht wird Sr Aloysia einen Teil davon für eine PV Anlage an der Volksschule erhalten.

 

Mithelfer und Spender sind herzlich willkommen,
um Light nach Kilema zu bringen!