Atomstrom mit Wasserkraftmäntelchen

05. Oktober 2015

Der Handel mit Ökostrom-Zertifikaten treibt in Europa leider oft bunte Blüten.

So ist Norwegen eigentlich der größte Wasserkraftproduzent Europas mit 97 Prozent Wasserkraftanteil. Doch da Norwegen fast alle seine sauberen Wasserkraftzertifikate verkauft, hat das mit erneuerbaren Energien gesegnete Land am Papier einen extrem hohen Anteil an Strom aus kalorischen Kraftwerken und AKWs. Möglich macht dies der Handel mit sogenannten Stromkennzeichnungszertifikaten. Österreichs Strom bzw. die Stromkennzeichungszertifikate stammten 2014 laut dem jüngst von der E-Control präsentierten Stromkennzeichnungsbericht zu 30,9 % aus dem Ausland. Es handelt sich dabei hauptsächlich um norwegische und schwedische Wasserkraftzertifikate, mit denen Kohle- und Atomstrom unserer Nachbarn "grün gewaschen" werden, kritisiert Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft. Denn die produzieren ja trotzdem munter weiter.

Herkunftsnachweise als Mogelpackung

Da in der EU die Stromzertifikate vom Stromverkauf getrennt handelbar sind, können Wasserkraftzertifikate quasi einfach auf dreckigem Kohle- oder Atomstrom geklebt werden. „Die von der E-Control verkündete Atomstromfreiheit Österreichs ist ein Märchen", betont Stefan Moidl, „solange es keine Änderungen auf europäischer Ebene gibt, sind die Herkunftsnachweise eine Mogelpackung". In Wirklichkeit werde Österreichs Strombedarf noch immer mit bis zu 11 Prozent Atomstrom abgedeckt.
Stefan Moidl kritisiert, dass es an Initiativen mangle, diese an sich lobenswerten Kennzeichnungen auch in anderen europäischen Ländern umzusetzen. Nur so könne wirkliche Transparenz geschaffen werden.

Wer garantiert umweltfreundlichen und atomenergiefreien Strom für sich nutzen will, den laden wir herzlich ein, sich über die AAE Naturstrom- und Windstromprodukte aus der Region zu informieren.

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Martina Weiß, Tel. 02245/82075-214