Hoher Besuch im hohen Norden

Robert Kalcik, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Bürgermeisterin von Timra Ewa Lindstrand, Richard Kalcik, Botschafter Arthur Winkler-Hermaden

Nach Schweden zog es eine hochkarätige Delegation des Landes Niederösterreich mit LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, dem österreichischen Botschafter in Schweden, Arthur Winkler-Hermaden,

Energiespezialisten des Landes Niederösterreich sowie Vertretern der ÖKOENERGIE aus Wolkersdorf. Anlass war das ÖKOENERGIE-Windparkprojekt „Stor‐Skälsjön“ in der Provinz Västernorrland, das nach sieben Jahren intensiver Vorbereitungsarbeiten kürzlich die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für 62 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 240 MW erhalten hatte. Damit könnten umgerechnet alle Haushalte der Region Västernorrland, die rund 243.000 Einwohner zählt, allein mit Windstrom versorgt werden. Diesen Exporterfolg von Windkraft-Know-how nützte das Land Niederösterreich auch gleich dazu, mit der Provinz Västernorrland, einen „Letter of intent“ (eine Absichtserklärung) zu unterzeichnen, um sich ab nun in Sachen Energiefragen auszutauschen. Die ersten Gespräche, bei denen auch Energieexperten der beiden Bundesländer Vorträge hielten, brachten schon einige Inspirationen, wie man die Energiegewinnung und den Energieverbrauch effizienter und klimagerechter gestalten kann. Am Programm stand auch ein Besuch bei SCA, Europas größtem Waldbesitzer (2,6 Millionen Hektar) und Hersteller von Holzprodukten sowie Zellulose, der auch stark in erneuerbare Energien wie etwa Biotreibstoffe und Windenergie investiert.

 

Ökostrom-Vorzeigeregion Niederösterreich

„Niederösterreich ist sehr gut im Bereich von neuen Technologien, wir sind sehr gut in anderen Bereichen. Wenn wir Informationen austauschen, können wir gemeinsam besser sein“, betonte der Landeshauptmann von Västernorrland, Gunnar Holmgren, im Rahmen der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit Niederösterreich. Gerade der Austausch auf regionaler Ebene sei sehr wichtig, da ja hier die konkreten Projekte umgesetzt würden. „Niederösterreich ist ein Vorreiter in Erneuerbaren Energien. Wir erzeugen schon seit 2015 mehr elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen als wir selbst verbrauchen“, erklärte Stephan Pernkopf. Nach der Kooperation in Energiefragen mit internationalen Regionen wie Kalifornien oder Baden-Württemberg ist die neue Vereinbarung mit Västernorrland ein weiterer wichtiger Schritt für eine nachhaltige Energiezukunft. "Unsere Regionen verbindet eine Partnerschaft zum Ausbau der Erneuerbaren Energie, zur Erhöhung der Energie-Effizienz und zur Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen, speziell im Energiesektor. Denn es liegt an den Regionen, ihren Gemeinden und Bürgern, den Klimawandel zu bekämpfen und die Atomkraft zurückzudrängen“, so Pernkopf, der sich besonders darüber freut, dass niederösterreichisches Know-how im Bereich Erneuerbarer Energien international gefragt ist. Damit werde nicht nur das Klima geschützt, sondern dies nütze auch der heimischen Wirtschaft.

Zusammenarbeit mit der Region

Bei der Planung des Windparks hat die ÖKOENERGIE viel Wert darauf gelegt, das Projekt mit der Region zu planen. "Wir haben mit allen Leuten wirklich geredet", betont ÖKOENERGIE-Geschäftsführer Richard Kalcik. So besteht nun etwa ein sehr gutes Verhältnis mit der Stadt Timrå. Deren Bürgermeisterin Ewa Lindstrand hat deshalb auch die niederösterreichische Delegation zum Gedankenaustausch eingeladen. In Vorträgen wurden die aktuellen Initiativen in der mittelschwedischen Region Västernorrland und Niederösterreich diskutiert. "Ein wichtiger Erfolgsfaktor für das Projekt war, dass wir in Wolkersdorf über die Jahre hinweg schon sehr viel Know-how in Windkraftprojekten aufbauen konnten", so der ÖKOENERGIE-Geschäftsführer, "bei den Projekten legen wir immer auch einen großen Wert auf die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung." Sein Bruder Robert Kalcik, der das Projekt leitet, lebt selbst in der schwedischen Region und hat bei der Planung besonders auch das Volk der Samen mit einbezogen, das in der kaum bewohnten Waldregion des geplanten Windparks Rentiere züchtet. "Wir haben eine Lösung gefunden, mit der nun alle zufrieden sind", betont Robert Kalcik. Der Ausbau der Windkraft ist in Schweden ein wichtiges Anliegen, da bis 2040 die gesamte Energieversorgung auf erneuerbare Energie umgestellt werden soll, wozu aber hier auch noch die Atomenergie gezählt wird. Mit dem neuen Windpark wird dazu ein wichtiger, wirklich nachhaltiger Schritt gesetzt.

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