Wie entsteht eigentlich ein Windpark – und was passiert mit Windrädern, wenn sie durch neue Anlagen ersetzt werden? Dieser Frage gingen Schüler:innen des TGM und der Vienna Business School bei einer Exkursion zum Repowering-Projekt Schrick West der ÖKOENERGIE nach.
Auf der Baustelle war eines nicht mehr zu sehen: Windkraftanlagen. Denn sie wurden bereits abgebaut, um Platz für deutlich leistungsstärkere Windräder zu schaffen. Doch was passiert mit den ausgedienten Anlagen? Sie kommen nun teils in anderen Windparks zum Einsatz oder werden recycelt. Der Beton der Fundamente etwa wird direkt vor Ort aufbereitet und für Wege- und Befestigungsflächen eingesetzt. Stahl, Kupfer und andere Metalle sind wiederum am Recyclingmarkt sehr gefragt und auch die Rotorblätter aus Verbundstoffen erhalten teils ein neues Leben als Outdoor-Möbel oder sogar Tiny Houses. Der verbleibende Rest wird dank neuer Verfahren bestmöglich aufbereitet. So liegt die Recyclingquote bei Windrädern heute bereits bei bis zu 90 Prozent.
Vom Fundament bis zur fertigen Anlage
Vor Ort konnten die Schüler:innen die bereits fertiggestellten Fundamente samt Kabelzuführungen und Montageanschlüsse für die Türme begutachten. Wie diese Fundamente entstehen, wurde zuvor in einem Zeitraffervideo in der firmeneigenen Veranstaltungslocation „AAE erneuerBAR“ beim Schloss Wolkersdorf gezeigt.
Als nächster Schritt steht die Montage der Turmelemente am Programm. Mittels großer Spezialkräne werden die einzelnen Segmente millimetergenau zusammengesetzt. Hier ist höchste Präzision gefragt – ebenso bei der Montage der Gondel auf dem Turm, in der sich unter anderem der Generator befindet, sowie bei der Anbringung der großen Rotorblätter, die die Energie des Windes einfangen.
Ein Projekt für Generationen
Bevor der erste Strom einer Windkraftanlage ins Netz fließt, sind zuvor zahlreiche Schritte erforderlich: Von der ersten Idee über Planung, Finanzierung und Genehmigungsverfahren bis hin zum Bau und Betrieb. Das benötigt oft viele Jahre. Doch dann liefern Windräder, wie etwa das erste Windrad des Weinviertels in Wolkersdorf, über 30 Jahre saubere Energie. Und anders als bei Gas- oder Atomkraftwerken schickt uns der Wind auch keine Rechnung. Kosten nach dem Bau fallen – wie bei allen Energieanlagen – nur für den Betrieb und die Wartung an. Damit schaffen Windparks über viele Jahrzehnte eine regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze.
Warum Windräder drei Flügel haben
Nach der Besichtigung der Baustelle stand der Besuch eine Windkraftanlage im Betrieb auf dem Programm. Da wurde vieles erklärt und hinterfragt: Wie funktioniert etwa die Steuerung und automatische Nachführung, um den Wind optimal nutzen zu können? Wie gelangt die erzeugte Energie ins Stromnetz? Und warum haben die Windräder drei Rotorblätter? Der Grund: Drei Flügel bieten die optimale Kombination aus Energieertrag, Laufruhe und Wirtschaftlichkeit.
Ein herzliches Dankeschön an alle Schüler:innen, Lehrkräfte, darunter den Wolkersdorfer Bürgermeister Ing. Dominic Litzka, BEd. sowie alle weiteren Beteiligten für das große Interesse und den engagierten Austausch. Solche Exkursionen zeigen, wie wichtig praxisnahe Einblicke sind, um die Energiewende verständlich und greifbar zu machen.
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Fotos: Schüler:innen des TGM und der Vienna Business School bei der ÖKOENERGIE (c) ÖKOENERGIE | Bankhamer





