Richtig am Wind

19. Mai 2020

Die optimale Ausrichtung der Rotorblätter macht einen großen Unterschied bei der Effizienz von Windkraftanlagen aus.

Ein Grad Abweichung der Blätter untereinander kann schon einen jährlichen Produktionsverlust von 5 Prozent bedeuten. Das innovative Unternehmen VENTUS Wind Services, das mit dem Partner ÖKOENERGIE schon mehrere Forschungsvorhaben durchgeführt hat, entwickelte deshalb ein neues Verfahren, um die kleinsten Stellungsabweichungen aufzuspüren. „Wir arbeiten schon länger mit VENTUS zusammen, um unsere Windparks optimal betreiben zu können“, so Christian Hackel, Abteilungsleiter Betriebsführung bei der ÖKOENERGIE, „es ist sehr wichtig, immer am Puls der Zeit zu sein.“ So wurde mit Ventus schon zuvor eine neue „Lichtradar“-Technologie sowie ein neues Sensorsystem getestet, um den Ertrag der Windräder durch die optimale Ausrichtung der Gondel zum Wind zu steigern und zugleich ihre Einsatzdauer zu verlängern (siehe Windoptimierung mittels Laser).

Im aktuellen Projekt werden nun gleich bei 56 Windkraftanlagen der ÖKOENERGIE die Blattwinkeleinstellungen im laufenden Betrieb untersucht. Martin Rath, Verkaufsleiter von VENTUS, Chrysathos Galetsas, Projektmanager bei VENTUS sowie Christian Hackel schauten sich die ersten Messungen vor Ort an. „Die Messung während des vollen Betriebs ist ein sehr effizienter Weg, um den Output zu optimieren und die Lasten an den Rotorblättern und Anlagen zu verringern“, so Rath.

Denn für die Effizienz und die Belastung einer Windkraftanlage ist es wichtig, dass an jeder Turbine die Blattwinkel der einzelnen Rotorblätter gleich eingestellt sind. Bislang wurde dies in der Regel nur bei der Neuübernahme einer Turbine im Stillstand überprüft. Dank der von VENTUS neu entwickelten Methode lässt sich die Kontrolle nun jederzeit durchführen – also auch im Betrieb. Hierzu wird eine High Speed Kamera Technologie eingesetzt, die 543 Bilder pro Sekunde in voller High Definition-Auflösung ermöglicht. Diese unzählige Menge an Bildern und Daten wird anschließend mit Hochleistungsrechnern analysiert, um das Maximum aus der Anlage herauszuholen. Und noch dazu läuft nach der Nachjustierung das Windrad „runder“. Es werden auch Unwuchten vermieden, die Rotorblätter und Anlagenteile zusätzlich belasten. Das erhöht wiederum die Lebensdauer der Anlagenteile.